Politik und Wirtschaft
Innenpolitik
Ein demokratisch gewählter Präsident ist Staatsoberhaupt der zentralistisch strukturierten Republik Madagaskars.
Das Parlament ist als Zweikammersystem aufgebaut: Die Nationalversammlung hat 150 auf vier Jahre gewählte Mitglieder. Die zweite Kammer, der Senat, vertritt die sechs autonomen Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga, Toamasina und Toliara. Ein Drittel der Senatsangehörigen wird vom Präsidenten ernannt, die übrigen gewählt. Jede Provinz verfügt über ein Provinzparlament, deren Angehörige direkt vom Volk gewählt werden. Die Regierungschefs der einzelnen Provinzen werden vom Präsidenten ernannt. Im Zuge moderater Dezentralisierung wurde Madagaskar darüber hinaus in 22 Regionen eingeteilt. Auch ihnen stehen vom Präsidenten ernannte Chefs vor.
Aussenpolitik
Bis zur sogenannten sozialistischen Revolution 1975 unterhielt Madagaskar ausschließlich Beziehungen zum Westen, öffnete sich dann aber beiden Seiten. Die bisher ignorierten Staaten Volksrepublik China und Sowjetunion eröffneten daraufhin Botschaften in Madagaskar.
Die Beziehungen zum Westen nahmen dadurch Schaden und normalisierten sich erst nach einigen Jahren wieder völlig. Besonders Frankreich hat großes Interesse an der ehemaligen Kolonie. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor Russland das Interesse am Inselstaat, China leistete dagegen weiterhin Entwicklungshilfe.
Das Land unterhält gute Beziehungen zu Deutschland. Der Präsident hat deutsche Berater, die ihn unterstützen. Deutschland leistet auch Entwicklungshilfe, die vor allem durch die GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) umgesetzt wird.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2003 4,54 Mrd. Euro (2002: 3,8 Mrd. Euro), das sind 271 Euro pro Person (2002: 231 Euro/Person). Deutschland ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 2,2 Billionen Euro (Stand: 2004) die drittgrößte Volkswirtschaft und Industrienation der Welt. Das sind 35.433 Euro pro Person.
Madagaskar zählt nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt.
Noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1$ pro Tag auf 49 %.
